Ein Beruf mit viel Farbe – oder wenig?

Heute suchen wir einen Beruf, der sich früher einmal durch die Färbung der Hände auszeichnete. Sollte schwarz eine Farbe sein, dann war da immer viel Farbe mit im Spiel. Farbe und Wörter! Heute wird dieser Beruf anders bezeichnet als zu Beginn des Berufsstandes.

 

Nein, es handelt sich nicht um den Kaminkehrer! Auch wenn Kaminkehrer schwarze Kleidung, Hände und vielleicht auch Spuren im Gesicht haben und viel reden müssen, suchen wir heute einen Beruf, der mehr mit dem geschriebenen Wort zu tun hat denn mit dem gesprochenen. Schweres Gerät kommt dabei übrigens auch zum Einsatz!

 

Richtig! Heute haben wir nach dem „Drucker“ gesucht. Der Beruf des Druckers wird in Deutschland übrigens seit 2011 „Medientechnologe Druck“ genannt. Mit dieser Bezeichnung möchte der Fachverband Druck den „veränderten inhaltlichen Schwerpunkten“ des Berufes gerecht werden. Mit diesen veränderten Schwerpunkten hat der Fachverband recht – denn aus dem Drucker, der mit schwerem Gerät und Druckerschwärze zu tun hat, ist nun der Techniker geworden, der neben Druck und Siebdruck hauptsächlich im Digitaldruck zu tun hat. Die Bezeichnungen sind übrigens dementsprechend unterschiedlich, also zum Beispiel „Medientechnologe Siebdruck“.

Die Ausbildung zum Medientechnologen Druck ist eine klassische Lehre mit Berufsschule, wobei man neben der beruflichen Fachbildung, die zwei Drittel des Ausbildung ausmacht, zu einem Drittel Wahlqualifikationen erwirbt. Diese können zum Beispiel (je nach Ausbildungsbetrieb) Bogenoffsetdruck, Akzidenz-Rollenoffsetdruck, Zeitungsdruck, Formulardruck, Illustrationstiefdruck, Tapetendruck, Dekortiefdruck, Verpackungsdruck, Etiketten-Rollendruck, Digitaldruck, Großformatiger Digitaldruck, Künstlerische Druckverfahren, oder Mailing-Produktion sein.

Wenn jemand zum Beispiel Broschüren günstig drucken lassen möchte, wird er auf jeden Fall eine Digitaldruckerei wählen und hier wird sich dann der Drucker, Verzeihung, Medientechnologe Druck, mit dem erweiterten Wissen zum Thema Broschürendruck um das gewünschte Produkt kümmern!

Hättest Du’s gewusst? Wir freuen uns, wenn Du bei unserem heiteren Beruferaten immer neue Berufe entdecken kannst!

Aussterbender Beruf für Menschen mit Fingerspitzengefühl

Heute suchen wir einen Beruf, bei dem es nicht um Grobmotorik geht, wie schon im Titel verraten. Man arbeitet mit den Händen und dieser Beruf ist seit dem Mittelalter als solcher definiert. Ein wenig hat unser gesuchter Besuch mit Krieg zu tun – wie viele Berufe, die sich im Mittelalter etabliert haben.

Nein, wir sprechen nicht vom berittenen Fahnenträger, aber unser gesuchter Beruf hat tatsächlich etwas mit Fahnen und Standarten zu tun? Was Standarten sind? Nun, während Fahnen im Kampf von Fußtruppen getragen wurden, so wurden die rechteckigen Standarten ursprünglich von berittenen Truppen mitgeführt.

Beide, sowohl Fahne als auch Standarte, waren stark symbolisch aufgeladen, dienten als Zeichen einer Gruppe, wurden geweiht und beschworen. Umso wichtiger war es, dass diese Fahnen und Standarten so kostbar waren, wie die Eide, die man darauf schwor – und das hat direkt mit unserem gesuchten Beruf zu tun.

Hat’s geklingelt? Nun, das war diesmal alles andere als einfach! Wir haben nach einem ausgestorbenen Beruf gesucht, dem Fahnensticker/der Fahnenstickerin. Obwohl es noch wenige Menschen in Europa gibt, die Standarten und Fahnen mit der Hand bemalen und besticken, wird dieser Beruf nicht mehr als Ausbildung angeboten. Die meisten Menschen, die sich mit Fahnenstickerei noch auskennen, stellen auch keine neuen Fahnen her, sondern kümmern sich um die Restaurierung historischer Fahnen.

Hier gibt es einen wunderbaren Film zur Restauration von historischen Standarten: https://www.museum-joanneum.at/kulturgeschichte-online/vorindustrielle-produktion/standarte/

Fahnen und Flaggen sind immer noch in Gebrauch – sei es vom örtlichen Fußballverein oder für kirchliche Veranstaltungen. Sie werden aber heute maschinell hergestellt, für das Besticken gibt es eigene Stickmaschinen.

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